El Rocío im September – fernab des Wallfahrt-Trubels

El Rocío im September – fernab des Wallfahrt-Trubels

Der Ort El Rocío in der andalusischen Provinz Huelva ist sicher den meisten von Euch ein Begriff. Die einen kennen ihn vermutlich als den Ort der grössten Wallfahrt Spaniens, die jährlich an Pfingsten mehr als 1 Millionen Pilger anzieht, die anderen erinnern sich vielleicht an die Sequenz im 3. Teil von Ostwind, in dem Mika in El Rocío vor der berühmten Ermita auf einen Einheimischen trifft, der Ora kennt.
All das ist El Rocío und doch noch so viel mehr. Ganz sicher ist El Rocío ein ganz besonderer Ort. Único! Es gibt fast keine gepflasterten Strassen und viele der Tische in den zahlreichen Bars sind dort so hoch, dass die Reiter direkt auf ihrem Pferd sitzen bleiben können, sobald sie in eine einkehren möchten.

Wir sind häufig in El Rocío. Uns gefällt dort das ursprüngliche andalusische Flair noch ganz besonders. Gestern waren wir wieder einmal Vorort. Mit 35 Grad ist es noch immer sehr heiss, aber eben auch recht ruhig, was auch mal ganz angenehm ist. Wir haben nur vereinzelte, kleinere Touristengruppen gesehen, einige Reiter, grasende Pferde im direkt angrenzenden Doñana Nationalpark und eine spanische Seniorengruppen in der Ermita del Rocio, die dort die prächtig geschmückte Schutzheilige bewunderte.
Während der Romería, der Wallfahrt zu Pfingsten, befindet sich dieser Ort im absoluten Ausnahmezustand. Ein Spektakel sondergleichen. Unzählige Reiter, Frauen in Ihren prächtigen Flamenkokleidern, hunderttausende von Pilgern, Touristen, … ein riesiges Durcheinander.
Alle wollen sie die Schutzheilige von El Rocío sehen und bestenfalls auch einmal anfassen. So wird geschoben, gedrückt und auch der ein oder andere Ellenbogen ausgefahren. Ab und zu sieht man auch Kinder, die über die Köpfe hinweg gereicht werden, so dass sie die Virgen berühren können. So besteht der Glaube, dass sie dadurch einen besonderen Segen erhalten.

Es gibt in El Rocío ein paar kleinere Hotels und Hostals, die dazu einladen ein wenig länger zu bleiben. So ist man von dort aus ganz schnell im direkt angrenzenden Doñana Nationalpark, in dem es von Luchsen bis hin zu Flamingos so einiges zu bestaunen gibt. Der Coto de Doñana ist mit seinen 54.252 Hektarn das wichtigste Feuchtgebiet Spaniens. Auch die Küste ist nicht weit. Nur 21,5 Kilometer liegen zwischen El Rocío und dem nächstgelegenen Küstenort Matalascañas an der andalusischen Atlantikküste.

Wir wünschen Euch ganz viel Spass, falls Ihr es auch mal dorthin schafft. Bringt ein bisschen Zeit mit und Ihr werdet sicher ein paar kuriose Dinge entdecken.